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Fair zum Mensch, fair zum Tier: FairHOF

 

fairhof-schweine-stall.jpgFair zum Mensch, fair zum Tier: FairHOF

 

Es ist Frühling. Ich sitze mit einer Freundin meiner Mutter in der Sonne und unterhalte mich mit ihr darüber, wie ihre Arbeit als Bäuerin sich über die letzten Jahrzehnte verändert hat. Wir sprechen von Bio-Zertifizierungen und Dumping-Preisen, von Investitionen und dem alten Schweinestall, der seit Jahren leer steht.


Wenige Wochen später stoße ich auf einen Film, der die schwierige Situation beleuchtet, die für viele lokale Bauern täglich Realität ist. Immer weniger wird regional gekauft, immer billiger sollen sie abliefern. Wer leidet sind die Bauern. Und nicht zu vergessen: Die Tiere.

Quasi zeitgleich sehe ich bei Hofer ein abgepacktes Stück Schweinefleisch im Kühlregal, auf dem „FairHOF“ steht. Ich bin neugierig und google, schau mich auf der Webseite zum Projekt um und möchte mehr wissen. Also kontaktiere ich Hofer und sage: Das ist spannend und wichtig, darüber möchte ich gerne berichten.

 

fairhof-schwein.jpgfairhof-kühe.jpgDer schöne Besuch auf dem FairHOF

 

Gesagt, getan: Ehe wir’s uns versehen, sind wir auf dem Weg nach Oberösterreich, um dort das Projekt „FairHOF“ live und in Farbe zu erleben. Wir besuchen den Musterhof der Familie Hütthaler, die das Projekt gemeinsam mit Hofer ins Leben gerufen hat.

 

Angekommen lernen wir unglaublich sympathische, junge Menschen kennen. Wir sehen einen wunderschönen Hof und Tiere, die es sich richtig gut gehen lassen. Die Schweine sind neugierig, kommen ganz nah zu uns, baden in der Badewanne – einer wannenförmigen Vertiefung im Boden mit kühlem Wasser darin – oder kratzen sich ihren Rücken an der Bürste, die im Außenbereich in genau der richtigen Höhe für sie hängt. Die Hochlandrinder grasen und beobachten uns aufmerksam, während auch die Kälber sich auf die Weide trauen. Das Kleinste säugt bei seiner Mutter.

 

fairhof-schafe.jpgfairhof-reitstall.jpgDer umgebaute Reitstall, das Zuhause einiger Rinder.

 

Wir gehen weiter, in den umgebauten Reitstall, der nun das hochmoderne, helle und weitläufige Zuhause einiger Rinder ist. Die Kinder sind ganz begeistert und bringen eifrig noch mehr Futter. Danach gehen wir über die Wiesen spazieren, vorbei am Teich, in dem sich gerade viele kleine Frösche tummeln.

 

Der Musterhof ist ein Ort zum Wohlfühlen, der Partnerbetrieben, die auch Teil des FairHOF Projekts sind oder sein wollen, als Vorbild dient.

 

Dass es den Tieren Zeit ihres Lebens so gut geht wie hier, ist in der Nutztierhaltung leider alles andere als selbstverständlich: Dort stehen wirtschaftliche Interessen in der Regel über dem Wohl der Tiere. Die Familien Hütthaler – als einer der größten Fleischerzeuger des Landes – und Hofer möchten hier den Wandel hin zur tiergerechteren und nachhaltigeren Nutztierhaltung unterstützen. Da ich mich von ihrem wichtigen Tun selbst vor Ort überzeugen konnte, weiß ich: Das gelingt ihnen mit diesem Projekt.

 

fairhof-stall.jpgDer FairHOF - ein Erlebnis für Groß und Klein

 

Ziel von FairHOF ist es, die Produktionsbedingungen sowohl für die Tiere, als auch für die Bauern zu verbessern und die regionale Landwirtschaft zu fördern. Es gilt, auch in der konventionellen Tierhaltung maßgebende Kriterien umzusetzen, die bedeutend zur Zufriedenheit der Tiere und zu ihrer Gesundheit beitragen. So will man dem Wunsch der Kunden nach qualitativ hochwertigem Fleisch aus der Region zu einem leistbaren Preis nachkommen.

 

FairHOF garantiert den Landwirten einen Aufschlag bei der Bezahlung sowie die Abnahme der Waren für fünf Jahre. Das soll ein Anreiz sein, das Geld für die notwendigen Änderungen an Stall und Co. durchführen zu lassen. Und es funktioniert: Mittlerweile konnten 24 Partnerbetriebe gefunden werden, die Teil von FairHOF sind bzw. sein möchten.

 

Und wie genau ist FairHOF besser? Nun kurzum: Schweine haben zum Beispiel doppelt so viel Platz wie gesetzlich vorgeschrieben. Neben großen Stallungen verfügen sie über zusätzlichen Auslauf und können täglich frische Luft schnappen. Fress- und Liegeplätze sind getrennt, die Stroheinstreu im Stall verpflichtend. Die Tiere sind gesünder und es geht ihnen besser. Die Transportwege der Schweine sind wesentlich kürzer (maximal 50 km), schmerzhafte Treibhilfen sowie das Kupieren der Ringelschwänzchen verboten.

 

fairhof-schweine-im-stall.jpgSchweine mit ihren süßen Ringelschwänzchen

 

Nachdem wir den Musterhof besucht hatten, durften wir uns auch bei einem der Partnerbetriebe des FairHOF Projekts ein Bild von der Haltung der Schweine machen. Die Eindrücke, die wir dort sammelten, entsprechen genau den Fotos, die auch auf der Homepage des Projekts zu sehen sind. Hier wird nichts geschönt. Das finde ich überaus wichtig, denn wir wissen ja leider, dass Werbung oft lügt. Hier nicht. Fein ist das.

 

Ich empfinde das FairHOF Projekt als wichtigen und richtigen Schritt in eine nachhaltigere Zukunft. Es bedeutet ein lebenswerteres Leben für die Tiere, ohne Leid. FairHOF ist außerdem eine attraktive Möglichkeit für Bauern, ihren Arbeitsalltag entscheidend zu verbessern. Mit gesünderen Tieren und mehr Lohn für ihre Arbeit. Und wir KundInnen können Vertrauen in die Herkunft und Qualität der Fleischwaren, die wir konsumieren.

 

Alles Liebe,

eure Jeannine von Mini and Me