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Histamin-Intoleranz

 

Histamininteroleranz-Blog.jpgHistamin-Intoleranz

 

Immer mehr Menschen klagen über unklare Beschwerden wie zum Beispiel Kopfschmerzen, Schwindel, Müdigkeit, Übelkeit oder auch juckende Hautausschläge - auch in meinem Freundeskreis. Immer öfter werden diese Beschwerden mit der Nahrung, die wir zu uns nehmen, in Verbindung gebracht. Allergien auf einzelne Lebensmittel bis hin zu ganzen Lebensmittelgruppen sind oft per Haut- oder auch Bluttest ausfindig zu machen und zwingen den Allergiker zur strikten Meidung gewisser Nahrungsmittel. Neben den klassischen Allergien machen auch Intoleranzen, wie Laktose- oder Fruktoseintoleranz die Runde. Doch wo ansetzen, wenn sich durch Meiden der vermeintlichen Verursacher am Teller dennoch keine Besserung einstellen mag? Hier könnte das zwischenzeitliche Meiden von histaminhaltigen oder -freisetzenden Nahrungsmitteln der Schlüssel zum Erfolg sein.

 

Histamin-Unverträglichkeit - was ist das?

Bei der Histamin-Unverträglichkeit, auch Histamin-Intoleranz oder Histaminose genannt, handelt es sich um eine Störung des Stoffwechsels, bei dem Histamin im Körper nur mehr unzureichend abgebaut wird. Verantwortlich für den Abbau von  Histamin, einem körpereigenem Gewebshormon und Neurotransmitter, ist das Enzym Diaminoxidase, kurz DAO. Produziert euer Körper zu wenig davon oder wird ihm zu viel Histamin zugeführt, sind diverse Beschwerden oft das Resultat.

 

Symptome

• Erhöhung der Magensäure/Sodbrennen
• Übelkeit
• Blähungen/Darmkrämpfe
• Durchfall
• Verstopfung
• Hautausschläge/Juckreiz
• Pseudoallergische Symptome wie Heuschnupfen, Schwellung der Nebenhöhlen oder laufende Nase
• Ödembildung (Beine, Augenlider)
• Gerötete Augen
• Blutgefäßerweiterung
• Schwindel
• Unruhe
• Hitzewallungen
• Schlafstörungen
• Müdigkeit
• Depressionen

 

Diagnose

Oft erzählen mir Betroffene, dass sie lange von Arzt zu Arzt gelaufen sind, bis endlich die Diagnose Histamin-Unverträglichkeit von einem Spezialisten diagnostiziert wurde. Doch auch wenn etwa der DAO-Wert im Blut noch im Referenzbereich aufscheint, können störende Symptome auftreten. Was ich damit sagen will, anders als etwa bei Atemtests, um relativ sicher eine Laktose- oder Fruktose-Intoleranz ausfindig zu machen, gestaltet sich die Diagnose der Histaminose als eher schwierig oder wird von einigen Ärzten nicht als Urheber verschiedener Beschwerden anerkannt. Oft liegt der Schlüssel auch nicht im Blut, sondern in der Darmflora oder an den allgemeinen Lebensumständen - Stichwort: Stress. So gibt es letztlich viele Faktoren, wo man ansetzen kann, um einer Histamin-Intoleranz Herr zu werden. Bezogen auf den Auslöser Ernährung kann man probieren, einige Zeit auf histaminhaltige oder -freisetzende Lebensmittel zu verzichten.

 

Was darf ich bei Histamin-Intoleranz essen?

 Histamin-Tabelle.jpg

 

Behandlung

Je nachdem, woher das Ungleichgewicht rührt, muss angesetzt werden. Wenngleich in diesem Blogbeitrag die Nahrung im Fokus steht, will ich kurz auf wichtige Maßnahmen aufmerksam machen, die bei der Behandlung einer Histamin-Unverträglichkeit oft vergessen werden: Ein gesunder Lebensstil mit ausreichend Sport und ohne Tabak, Alkohol oder anderen Genuss- sowie Umweltgiften, als auch ein erträgliches Maß an Stress. Alles Grundpfeiler, damit es im Körper rund läuft. Entschlackungs- und Entschleunigungsmaßnahmen (=Link zu Entspannungsübungen/Ayurveda) oder die Versorgung mit wichtigen Vitaminen und Mineralstoffen können euch helfen, den Histamin-Pegel zu senken und euch wieder auf die Erfolgsspur zu bringen. Hier ist vor allem eine ausreichende Versorgung mit Vitamin B6 oder Vitamin C anzuführen. So wirkt B6 als Coenzym für das bereits erwähnte DAO und fördert somit den Abbau von Histamin. Vitamin C baut Histamin im Körper schneller ab. Medikamentös können euch auch Antihistaminika oder eine Enzymersatztherapie bei der Symptombekämpfung helfen, welche ihr mit eurem Arzt gegebenenfalls besprechen solltet.

 

Bezogen auf die Ernährungsweise ist es ratsam, Lebensmittel, die bei einer Histamin-Intoleranz ungeeignet sind, für zirka 2 bis 4 Wochen strikt zu meiden. Man spricht hier von der so genannten Karenzphase. Also auch kein Stückchen Schokolade hin und wieder. Dabei ist es wichtig, dass ihr immer auf eine Ernährungsweise achtet, die euch mit den wichtigsten Nährstoffen und genügend Kalorien versorgt. In der Praxis bedeutet dies, viel Reis, Kartoffeln oder andere, verträgliche Kohlenhydratquellen sowie Gemüse und Obst zu essen. Alles möglichst frisch und unverarbeitet und idealerweise in Bio-Qualität. Wenn die Symptome dadurch weniger werden, seid ihr auf dem richtigen Weg.

 

Tipp: Führt ein Ernährungstagebuch, um die Übeltäter ausfindig zu machen. Denn bei allen Empfehlungen gilt, jeder Mensch hat eine andere Verträglichkeitsschwelle.

 

Darmflora

Oft liest man immer wieder, dass bestimmte Milch- oder Fleischprodukte bei Histamin-Intoleranz verträglich sind. Dennoch kann es ebenfalls Sinn machen, eine Zeit lang den Verzehr von tierischen Produkten zumindest einzuschränken, da ein zu Viel an Fleisch und Fett, aber auch Zucker oder Weißmehl, schlechte Darmbakterien nach sich ziehen können. So sind es etwa Histamin-bildende Stämme wie Clostridien oder eColi-Keime, die sich bei einer zu fett- und proteinreichen Ernährung am wohlsten fühlen. Das Resultat ist eine verschobene Darmflora und eine daraus resultierende, erworbene Histamin-Intoleranz. Deshalb ist es oft sinnvoll, eine Darmflora-Analyse durchführen zu lassen, bevor ihr eine Ernährungsumstellung plant. Hier seht ihr auch, ob euch gute Darmbakterien, wie Lactobazillen oder Bifidobakterien fehlen und wie es um euren pH-Wert im Dickdarm steht. Ob ihr es also vegan oder paleo-konform angeht , ist meist auch von der Zusammensetzung eurer Darmflora abhängig.

 

Histamin-armes Rezept

Da es in der Karenzphase relativ einfach ist, Hauptgerichte wie Reis mit Pute sowie verträgliche  Gemüsesorten mit Reis oder Kartoffeln zur Hand zu haben, hier ein Rezept für ein veganes, herzerwärmendes und natürlich histamin-armes Dessert.

 

Nachspeise: Veganer Milchreis

 

Milchreis-Histaminintoleranz.jpg


Zutatenliste:

 

1 Liter NATU AKTIV BIO-Reisdrink
220 g Milchreis
40 g WIENER ZUCKER Feinkristallzucker
1 Prise Salz

 

Zubereitung:

 

Schritt 1
Milch, Salz und Zucker in einen Topf geben und bei schwacher Hitze aufkochen.

 

Schritt 2
Milchreis dazugeben, kräftig umrühren und aufkochen lassen.

 

Schritt 3
Bei schwacher Hitze den Milchreis etwa 35 Minuten im halb geschlossenen Topf quellen lassen und immer wieder umrühren.

 

Schritt 4
Den fertigen Milchreis heiß oder kalt servieren. Verfeinert kann der Milchreis mit Vanille oder Heidelbeeren werden.


Bist du selbst betroffen oder hast die Karenzphase erfolgreich hinter dich gebracht, dann schreib uns deine Erfahrungen in die Kommentare!


Liebe Grüße
Christian

 

 

 

7 Kommentare
Ratgeber

Toller Beitrag @Christian_Hofer Juhu

Urlauber

Guter Beitrag. Bis auf den Honig. Bei dem muss man sehr aufpassen. Ich vertrag den überhaupt nicht. 

 

Schön wäre eine Liste histaminfreier Lebensmittel, welche beim Hofer erhältlich sind. 

😃

Lebenskünstler

Toller Beitrag - die Übersicht finde ich besonders hilfreich! Applaus

Lebenskünstler

Hallo Christian,

da ich selbst betroffen bin, kann ich dir sagen, dein Beitrag trifft es ziemlich gut.

Auch meine Tochter  (6Jahre ) hat  Histaminintoleranz.

Für ein kleines Kind, und sie hat es auch schon länger, ist es noch viel schwieriger zu verstehen, dass man manche Dinge - und das ist bei Histamin ja nicht gerade wenig- essen darf/soll... 😔 Leider muss man da manchmal die Mama raushängen lassen, und Sachen verbieten, denn auch wenn dein Kind dann den extrem, furchtbar juckenden Nesselauschlag bekommt, leidet man auch mit. 

Eine Erdbeere oder Banane kann man halt leider nicht geschmacklich ersetzen...

 

bei mir war es so, dass ich mich selbst zu einem Allergietest geschickt hatte, nach einem Ärztemarathon von über 2 Jahren, diverser Cremen, Medikamenten...die natürlich alle nicht geholfen hatten.

ich habe seit über 17 Jahren  Histaminintoleranz (vermutlich schon länger) und lebe gut damit, ich habe noch nie eines der vorhandenen Medikamente genommen und versuche es nur mit der Nahrung in Griff zu halten.

Gut, soweit man gelernt hat, gewisse Dinge einfach weg lassen zu müssen.

selbstverständlich sündige ich auch 😊 aber da ich mittlerweile herausgefunden habe auf was ich besonders reagiere, weiß ich was ich esse und wann.

wenn man sich mit seinem Körper und Nahrungsmittel beschäftigt und austestet, wie in der Karenzphase, kann man gut herausfinden, was man verträgt. 

 

Eine Kennzeichnung von Lebensmitteln wäre sicherlich hilfreich, besonders,wenn diese nicht mehr im Rohzustand sind.

 

Jeder reagiert anders und jeder hat eine andere Verträglichkeitsschwelle.

 

wie Paracelcus schon sagte:" die Dosis macht das Gift " 

Community Manager

Danke für das nette Feedback @magdalena17@LaurenHawk@Stephanie86. Es freut mich sehr, dass euch mein Blog-Beitrag gefällt! Lachen  Liebe Grüße, Christian_Hofer

Community Manager

Hallo @zwuzerl

 

Danke, dass du dir die Zeit für genommen hast, hier so umfangreich zu kommentieren. Gut nachvollziehbar, dass es für ein Kind ziemlich schwierig sein muss, mit einer Histamin-Intoleranz zu leben. "Zum Glück" weiß die Mama was Sache ist und kann das Kind dementsprechend erziehen. Das erspart dem eigenen Nachwuchs letztendlich einen Ärztemarathon, wie in viele Betroffene oft erleben.

 

Wie du richtig schreibst, hat jeder Mensch eine andere Verträglichkeitsgrenze. Deshalb ist es wichtig, eine Karenzphase einzulegen, um auszutesten, was letztendlich in welcher Dosis verträglich ist und was nicht. Am Ende verzichtet man auf ein Lebensmittel, dass zwar in sämtlichen Listen als unverträglich gilt, man es aber selber problemlos verzehren könnte - und wenn es nur eine zwei Erdbeeren sind. 

 

Falls du - oder andere Leser hier - noch Tipps für unsere Community hast/habt, würden wir uns freuen, wenn noch weitere Erfahrungen zum Thema gepostet werden. Liebe Grüße, Christian_Hofer

Urlauber

Super für den Beitrag.