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Für ein gutes Bauchgefühl

 

Unser Darm – ein absolutes Wunder der Natur. Mit seinen verschiedenen Aufgaben, wie zum Beispiel Verdauung, Immunabwehr, Ausscheidung, ist er auf komplexe Weise auch mit allen anderen Organen verbunden – auch mit unserer Gefühlswelt. Nicht ohne Grund wird der Darm als emotionales Zentrum des Körpers und als „Bauchhirn“ bezeichnet. Außerdem beheimatet unser Darm eine unglaubliche Anzahl an kleinen Bewohnern: die Darmbakterien, mit denen wir in Symbiose leben und glauben, dass wir nichts von ihnen mitbekommen. So ist das mit dem Glauben. Lachen


First step – der Zwölffingerdarm:


Der Zwölffingerdarm, auch Duodenum genannt, hat seinen Namen von seiner Länge: er ist so lang, wie zwölf Finger nebeneinander breit sind und ist der erste Abschnitt des Dünndarms, gleich nach dem Magen gelegen. Da der Speisebrei dort sehr, sehr sauer herauskommt, wird dieser im Duodenum erstmal neutralisiert.

 

Weiter geht’s – Jejunum und Ileum:

 

Die nachfolgenden Abschnitte des Dünndarms werden Jejunum und Ileum genannt und sind zusammen etwa 3-5 Meter lang. Zwischen den beiden Abschnitten gibt es keine scharfe Grenze, sie gehen mehr ineinander über.

Im Jejunum wird die Spaltung der Nahrungsbestandteile durch sogenannte Enzyme fortgesetzt. Anschließend werden kleinere Bausteine, wie Fettsäuren, Aminosäuren, Wasser, Elektrolyte, Vitamine, etc. ins Blut aufgenommen. Das Ileum, der letzte Abschnitt des Dünndarms, ist ebenfalls an der Verdauung und Resorption beteiligt. Hier werden Bestandteile ins Blut überführt, die noch aus dem Jejunum weitertransportiert wurden, wie zum Beispiel Gallensäuren und Vitamin B12. Das Ileum grenzt direkt an den Dickdarm. Diese „Grenze“ wird Ileozökalklappe genannt.

 

Der Nächste, bitte – das Colon:


Unter dem Begriff Colon, dem Krummdarm, wird der gesamte Dickdarm verstanden, wobei eigentlich der letzte Abschnitt des Darmes, der Enddarm, noch einmal eigens betitelt wird.
Im Dickdarm findet in dem Sinne keine Verdauungsarbeit mehr statt. In diesem Abschnitt werden lediglich Wasser und Elektrolyte, aber keine Hauptnährstoffe mehr resorbiert, was zu einer Verfestigung des Stuhls führt.
Darüber hinaus lebt im Colon eine Vielzahl an Darmbakterien, die einen Großteil unseres Mikrobioms (alle Mikroorganismen, die unseren Körper besiedeln, z.B. Darmbakterien, aber auch Bakterien, die auf unserer Haut leben) ausmachen.

 

Die Mikroorganismen in unserem Darm haben zahlreiche Aufgaben wie die Versorgung mit Vitaminen, Anregung der Darmbewegung, Unterstützung der Verdauung, Abbau von „unverdaulichen“ Nahrungsbestandteilen, Versorgung der Darmschleimhaut, und, und, und…

Eine große Rolle bei der Verrichtung dieser Aufgaben, der Verhinderung einer bakteriellen Fehlbesiedelung oder Überwucherung (wir haben sowohl „gute“, als auch „schlechte“ Darmbakterien – in Summe etwa 100 Billionen) und der Erhaltung des Gleichgewichts, spielt vor allem die Ernährung.

 

So-funktioniert-unser-Darm.jpgSo funktioniert unser Darm

 

Futter für die Darmbakterien


Die Begriffe Prä- und Probiotika sind den meisten wahrscheinlich schon das eine oder andere Mal untergekommen - vielleicht in Zusammenhang mit Joghurt oder anderen sauer vergorenen Milchprodukten.

 

Aber worum handelt es sich bei diesen Begriffen?


Unter Präbiotika versteht man bestimmte Substanzen, die im Darm zu kurzkettigen Fettsäuren abgebaut werden und den pH- Wert sauer halten. Dieses saure Milieu ist wichtig für das Überleben von unseren guten Darmbakterien, wodurch mit präbiotischen Lebensmitteln dazu beigetragen werden kann, dass sich diese vermehren. Kurz gesagt handelt es sich um eine Art Dünger für den Darm.


Zu Präbiotika enthaltenden Lebensmitteln zählen zum Beispiel Chicorée, Pastinaken, Schwarzwurzeln oder Topinambur (all diese Lebensmittel enthalten Inulin, eine präbiotische Verbindung), aber auch im Labor können diese Stoffe beispielsweise aus Pflanzen oder Milchzucker hergestellt werden.

 

Probiotika sind im Grunde lebende Darmbakterien, die wir mit der Nahrung oder Nahrungsergänzungsmitteln zuführen können. Wichtig dabei ist allerdings, dass diese lebenden Keime sich nur dann im Darm ansiedeln können, wenn dieser auch gesund und in Takt ist, sozusagen gut gedüngt wurde.
Je nach Bakterienstamm ergeben sich andere positive Effekte für den Darm, wie zum Beispiel Verbesserung des Stuhlverhaltens oder Anregung der Darmaktivität. Darüber hinaus gibt es auch Studien, die einen regelmäßigen Probiotikakonsum mit einem verminderten Darmkrebsrisiko und einem verbesserten Immunsystem in Verbindung bringen.

 

Wie man nun Probiotika aufnehmen kann? Sauer vergorene Milchprodukte werden zum Beispiel mit Bakterienstämmen angereichert, aber auch andere Spezies, wie bestimmte Hefen können zur Darmgesundheit beitragen. Auch Sauerkraut wird milchsauer vergoren und enthält probiotische Bakterienstämme.

 

Herbstrezept-Suppe.jpgDas Rezept für diese Pastinaken-Cremesuppe schmeckt hervorragend!

 

Passend zum Herbst: Pastinakencremesuppe – Präbiotika lecker und wärmend verpackt


Zutatenliste für 6 Personen:


1 kg Pastinaken
1 Zwiebel
2 Karotten
½ Knollensellerie
1 Stange Lauch
2 EL Öl
1 Liter Gemüsesuppe
Muskat
Salz
Petersilie
nach Belieben etwas Sauerrahm und geröstete Brotwürfel zum Garnieren

 

Zubereitung:


Schritt 1
Gemüse putzen und in Stücke schneiden.


Schritt 2
Zwiebel schälen, klein würfelig schneiden und in Öl anbraten. Das Gemüse mit in den Topf geben und kurz mitrösten.


Schritt 3
Anschließend alles mit der Suppe aufgießen und köcheln lassen, bis das Gemüse weich ist. In der Zwischenzeit etwas Brot in kleine Würfel schneiden und in wenig Öl knusprig rösten.


Schritt 4
Die Suppe mit Muskat und Salz würzen und pürieren. Eventuell je nach Geschmack noch einmal nachwürzen.
TIPP: Wer die Suppe weniger dickflüssig mag, kann sie nach dem Pürieren auch durch ein Sieb streichen.


Schritt 5
Mit gehackter Petersilie, etwas Sauerrahm und den Brotwürfeln garnieren und servieren.
Mahlzeit!

 

PS: Das Rezept funktioniert auch super mit Topinambur statt Pastinaken und ist mal was anderes. Geschmeichelt

 

Liebe Grüße
Lisa und Isabella von Foodissimo